Dran gedacht!

Mit viel #Engagement

Mitbestimmung und Engagement im Netz
Wieso engagieren sich Menschen, setzen sich für etwas ein? Und welche Rolle spielen die Medien dabei? Nicole und Politikerin Marina Weisband erzählen über ihre Motive und wie ihnen die Medien dabei nützlich sind.
#Engagement
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Fragen
Nicole: Auf den Klimawandel bin ich durch die Unwetter und die Hitze im letzten Sommer aufmerksam geworden. Da fing ich an, mir Gedanken zu machen. Eine Freundin erzählte mir dann, was sie bei Plant-for-the-Planet tut, und ich war sofort dabei. Wir pflanzen hauptsächlich Bäume, zum Beispiel bei uns auf dem Schulgelände. Meine Familie unterstützt mich dabei und achtet selbst darauf, auch mal das Auto stehen zu lassen und saisonal einzukaufen.
Marina: Als Schülerin habe ich mich nicht für Politik interessiert. Ich stamme aus der Ukraine und dachte immer: Politik machen die Deutschen nur unter sich aus. Erst mit 21 Jahren habe ich das erste Mal gewählt. Ich war sehr erstaunt darüber, dass die Deutschen mir als Emigrantin ein derartiges Vertrauen entgegenbrachten. Niemand fragte, ob ich mich mit Politik auskenne oder warum ich wähle. Dieses Vertrauens wollte ich mich als würdig erweisen und bin in eine Partei eingetreten.
Nicole: Wir gründen gerade eine eigene WhatsApp-Gruppe für unsere Region. Dazu verschicken wir eine Mitteilung mit einem Link zur Gruppe und der Bitte, diese Nachricht an andere weiterzuleiten. Aber man kann echte Demos nicht durch soziale Medien ersetzen. Wenn wir nur vorm Computer oder vor dem Handy sitzen, würde die Öffentlichkeit nicht sehen, was wir verändern wollen.
Marina: Es ist total wichtig, den Jugendlichen eine Mitbestimmung in der Schule zu ermöglichen und ihnen damit eine Stimme zu geben. Wir müssen im digitalen Zeitalter den Klassenraum stärker für digitale Medien öffnen. Das geht aber nur, wenn Handys auch mal als Arbeitsmittel erlaubt sind. Denn nur durch die Nutzung digitaler Medien lernt man, mit der Informationsflut umzugehen, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden oder Gefahren kritisch einzuschätzen.
Nicole: Das Gute am Internet ist ja, dass man in sehr kurzer Zeit viele Menschen erreichen kann. Aber ich bin sehr vorsichtig. Denn es gibt Menschen, die davon überzeugt sind, dass es den Klimawandel gar nicht gibt, und dies auch im Internet verbreiten. Ich verlasse mich lieber auf Fernsehnachrichten, habe die Akademie von Plant-for-the-Planet besucht und war bei der Klimakonferenz, um mich zu informieren.
Marina: Soziale Medien allein sind keine demokratische Plattform. Sie sind nützlich, um viele Menschen zu erreichen, zu aktivieren und zu Demos aufzurufen. Aber um wirklich etwas zu erreichen, sollte man sich nicht auf Dinge verlassen, die andere einem vorsetzen. Man muss selbst digitale Räume erschaffen. So ist das Projekt „aula“ entstanden. Denn ich hatte mich gefragt, ob es für Jugendliche nicht möglich sein sollte, mit einer demokratischen Plattform im Internet etwas an der Schule zu erreichen und Entscheidungen mit zu treffen.
Mitbestimmung leicht gemacht
Es gibt viele Formen, sich zu engagieren: für persönliche Interessen, im Sport- und Freizeitklub oder in der Schule. In allen Bereichen unterstützen die digitalen Medien die Kommunikation und machen es leichter, sich über wichtige Themen auszutauschen. Eine Demokratie lebt nämlich von der Beteiligung und der Verantwortung, die ihre Bürgerinnen und Bürger für sich und andere übernehmen.