Dran gedacht!

Sein Name ist EZ10

Erst ist klein, gelb und 3 Jahre alt. Die Rede ist von EZ10 - einem kleinen Minibus, der ohne Fahrer fährt.
Die Berliner Charité ist seine Übungsstrecke, Heinrich Coenen sein Trainer. EZ10 erlernt das Fahren, doch ganz ohne Lenkrad und Fahrer. Allein die Klingel, wie bei einer Straßenbahn, ist geblieben. Was ist anders und wie sieht die Zukunft aus? Antworten findest du hier.
Fragen ...
EZ10: Die meisten Menschen, die bei mir mitfahren, haben viele Fragen, denn ich bin neu für sie. Ich habe zum Beispiel keine Hupe, dafür besitze ich eine laute Bimmel wie eine Straßenbahn. Gerade werde ich für den Straßenverkehr „trainiert“. Das bedeutet: Ich fahre viele Stunden dieselbe Fahrstrecke und lerne dabei, mit den alltäglichen Problemen im Straßenverkehr umzugehen.
Herr Coenen: Der EZ10 soll ganz ohne menschliche Hilfe fahren. Er wird automatisch an den Haltestellen anhalten und auf einer festgelegten Strecke fahren. EZ10 ist ein Elektrofahrzeug, das mit Strom fährt. Um zehn Stunden fahren zu können, muss er seine Batterien fünf Stunden aufladen.
EZ10: Als Augen besitze ich elektronische Sensoren. Mit ihnen kann ich messen, was in meiner Umgebung passiert. So kann ich zum Beispiel schnell bremsen, wenn ein anderes Fahrzeug meinen Fahrweg kreuzt oder ein Fußgänger die Fahrbahn betritt.
Herr Coenen: Das Fahrzeug fährt mithilfe eines intelligenten Computerprogramms sicher von einem Ort zum anderen. Dafür müssen wir mit EZ10 viele Fahrtests durchführen. Denn EZ10 muss im Straßenverkehr immer fehlerfrei funktionieren.
EZ10: Ich kann zwar selber fahren, aber ich entscheide nicht, wo ich langfahre. Auf dem Gelände habe ich eine festgelegte Strecke. Ich halte an den vorgesehenen Haltestellen und bremse automatisch, wenn ich zum Beispiel in einer Kurve schlechte Einsicht in die Straßenlage habe. Entscheide ich später einmal selbst, wie ich zu einem Ziel komme, dann nennt man das autonomes Fahren.
Herr Coenen: Vor allem in der Innenstadt ist der Verkehr sehr unübersichtlich, denn es sind viele Fußgänger, Radfahrer, Busse oder Straßenbahnen unterwegs. Es gibt viel zu beachten. Das wird eine große Herausforderung für fahrerlose Autos sein. Viel wahrscheinlicher ist es deshalb, dass es extra Strecken oder Bereiche gibt, auf denen solche Fahrzeuge eingesetzt werden.
Was ist autonomes Fahren?
EZ10 fährt automatisch – aber nicht autonom! Das ist ein wichtiger Unterschied. In der Wissenschaft arbeitet man daran, autonome oder selbstständige Autos zu bauen. Sie sollen nicht wie EZ10 auf extra Strecken fahren, sondern sich ganz allein im Straßenverkehr bewegen können. Die Idee dahinter: Der Besitzer eines Autos muss nur das Fahrziel angeben und das Auto bringt ihn dorthin, ohne dass er etwas tun muss.