Nachgefragt

Aus Alt mach Neu!

Aus alten Reifen ein neues Dach herstellen? Geht das? Klar! Die Kinderreporter Leticia und Anouk waren auf der Internationalen Gartenausstellung und sprachen dort mit Frieder Söling, dem Leiter des Ideenlabors der Berliner Stadtreinigung. Dort erfuhren sie, dass man aus Müll viele tolle neue Sachen machen kann.
Wo viel konsumiert wird, fällt auch viel Müll an. Mit dem Thema „Müll“ beschäftigen sich weltweit viele Expertinnen und Experten. Gesucht und geforscht wird dabei nach Ideen, wie man Müll vermeiden, Müll zu neuem Leben verhelfen oder Müll entsorgen kann. Leticia und Anouk haben bei der Berliner Stadtreinigung nachgefragt und erfahren, wie das geht.
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Kinderreporter: Hallo Herr Söling. Wir möchten mit Ihnen über das Thema „Müll“ sprechen und fragen uns, warum wir Sie hier auf der IGA treffen?
F. S.: Ich dachte mir, dass es für euch ganz interessant ist zu sehen, was man aus Müll alles machen kann. Darum habe ich euch hierher eingeladen, zu „Sammlers Traum“, einer begehbaren Müllskulptur, die von Künstlern geplant wurde.
Kinderreporter: Wofür steht dieses Bauwerk aus Müll?
F. S.: Mit „Sammlers Traum“ will die BSR zeigen, wie wertvoll Müll ist und was man daraus alles machen kann. Das Haus ist aber nicht nur ein Kunstwerk, das schön aussieht, sondern es soll die Menschen zum Nachdenken anregen. Viele erkennen gar nicht, dass das Dach des Hauses aus Fahrradreifen, Tetra Paks und Plastiktüten gefertigt ist. Wenn man kreativ ist, kann man eine ganze Menge aus Müll machen: zum Beispiel auch Taschen aus alter Arbeitskleidung.

Kinderreporter: Sie arbeiten ja für die BSR in einem Ideenlabor. Was ist das eigentlich?
F. S.: Im Ideenlabor arbeiten circa 14 Menschen aus allen Abteilungen der BSR, also von der Straßenreinigung, der Müllabfuhr und aus dem Büro. Aber wir arbeiten auch mit Studierenden und Unternehmen zusammen. Mit dem Ideenlabor wollen wir in die Zukunft gucken. Wir machen uns Gedanken, wie die Müllabfuhr in 20 Jahren aussehen könnte – vielleicht gibt es dann gar keine Müllfahrer mehr und der gesamte Müll wird von Robotern eingesammelt. Wenn wir die Zukunft mitgestalten wollen, müssen wir wissen, was in der Welt so alles passiert.
Kinderreporter: Was ist denn Ihre Aufgabe?
F. S.: Ich habe das Ideenlabor ins Leben gerufen und bin der Koordinator. Meine Aufgabe besteht darin, das Team zu koordinieren und die Augen für neue Entwicklungen offen zu halten.

Kinderreporter: Meinen Sie, dass man auch im Alltag Müll vermeiden bzw. wiederverwerten kann?
F. S.: Auf jeden Fall! Jeder kann schon beim Einkauf darauf achten, zum Beispiel Mehrwegflaschen anstatt Einwegflaschen zu kaufen. Mit dem „Kaffee to go“- Becher wird wahnsinnig viel Müll produziert. Allein in Berlin werden jeden Tag 450.000 Stück weggeworfen.
Kinderreporter: Wenn Sie einen Wunsch zum Thema Müll frei hätten, was würden Sie sich denn wünschen?
F. S.: Ich würde mir wünschen, dass es diesen ganzen Verpackungsmüll für Essen und Getränke nicht mehr gibt. Noch besser wäre es, wenn die Verpackungen verboten würden. Schlimm ist aber auch der Müll, der durch die Verpackungen der Online-Bestellungen entsteht. Dennoch bin ich guter Dinge. Viele Länder haben Plastiktüten schon verboten – und es funktioniert! Mein Tipp: Stofftaschen statt Plastik- oder Papiertüten! Die kann man auch immer dabeihaben.
SCROLLER 05 - Wünschen, Teilen, Kaufen
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