Nachgefragt

Zu Besuch in der Games Academy

Wie wird ein Computerspiel entwickelt und wie viele Personen können daran beteiligt sein? Das und vieles mehr erfährst du hier von den SCROLLER-Kinderreportern.
Wer denkt sich die Spiellogik aus, wer die Grafiken, wer die Geräusche? Diesen und vielen anderen Fragen waren die Kinderreporter auf der Spur. Sie besuchten Thomas Dlugaiczyk an der Games Academy in Berlin - die älteste Schule in Europa, die Spieleentwickler ausbildet.
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Kinderreporter: Herr Dlugaiczyk, haben Sie eigentlich ein Lieblingsspiel?
T. D.: Na klar! Es ist ein skandinavisches Spiel und heißt „Unravel“. Die Hauptfigur Yarny ist ein kleines Wollknäuel und muss physikalische Rätsel lösen, um weiterzukommen. Mich hat das vor allem fasziniert, weil die Gestaltung und die Landschaften des Spiels wunderschön sind.
Kinderreporter: Worauf kommt es denn bei einem guten Computerspiel an?
T. D.: Wichtig ist, dass es den Spielern gefällt und dass es funktioniert. Es darf nicht abstürzen und sollte Spaß bereiten.

Kinderreporter: Welche Berufe sind an der Entwicklung eines Spiels beteiligt?
T. D.: Auf jeden Fall die Programmierer, die alles zusammenbauen. Die Grafiker, die zum Beispiel die Figuren entwerfen. Dann muss es jemanden geben, der darüber nachdenkt, wie das Spiel funktionieren soll. Das sind die Gamedesigner. Sie planen, was ein Spieler alles tun kann. Gamedesigner sind so eine Art Regisseur, aber auch Mathematiker, weil sie darauf achten, dass es einen logischen Ablauf gibt. Wenn diese drei zusammenkommen kann ein Spiel entstehen.
Kinderreporter: Was kostet es, ein Spiel zu entwickeln?
T. D.: Das kann sehr teuer sein. Deshalb kümmert sich der sogenannte Game-Producer um das nötige Geld. Er sorgt aber auch dafür, dass alle Beteiligten gut zusammenarbeiten. Diese vier Berufe sind so ziemlich die wichtigsten in der Spielentwicklung. Natürlich gibt es noch viel mehr, zum Beispiel die Sounddesigner.

Kinderreporter: Muss man gut rechnen können, um Spieleentwickler zu werden?
T. D.: Als Programmierer auf jeden Fall. Bei den Grafikern ist es wichtig, dass sie zeichnen können. Gamedesigner brauchen ein sehr gutes Vorstellungsvermögen. Die Producer müssen Ahnung von Wirtschaft und Management haben.
Kinderreporter: Dürfen die Studenten der Games Academy den ganzen Tag spielen?
T. D.: Es gibt einige, die das gerne tun würden (lacht). Wir sind aber eine ganz normale Schule. Bei uns gibt es Lern- und Projektwochen. In den Lernwochen wird wie in der Schule gearbeitet – damit die Studenten auch ihre Prüfungen bestehen. In den Projektwochen arbeiten sie an Spielideen. Gespielt wird natürlich auch – meistens im letzten Semester. Dann spielen die Studenten ihre eigenen Spiele, die sie selbst entwickelt haben.

Kinderreporter: Studieren hier mehr Mädchen oder mehr Jungen?
T. D.: Es sind mehr Jungs. Der Unterschied ist aber nicht sehr groß.
Kinderreporter: Wie sieht denn Ihrer Meinung nach die Zukunft des Spielens aus? Spielen wir nur noch am Handy?
T. D.: Die Spiele verändern sich ständig, weil die Menschen immer anspruchsvoller werden. Das wird vor allem bei den digitalen Spielen so sein, die ihr gemeinsam mit anderen spielen könnt und bei denen ihr in eine Rolle schlüpft. Spannend ist aber auch, dass viele Menschen wieder mehr Spiele ganz ohne Handys und Computer spielen.
SCROLLER 04 - Digitale Spiele
In der Ausgabe 04 des SCROLLER dreht sich alles um digitale Spiele und worauf man achten sollte, damit man beim Spielen nicht den Spaß verliert.